Was tut man so, wenn der Lieblingsmensch schon wieder schaffen muss und man selbst noch frei hat? Richtig: ab in die Berge zum Wandern. Der Augstenberg stand schon länger auf meiner Liechtenstein-Berge-Löffelliste, er lockte mich immer, wenn ich in Malbun war. Nun sollte es also soweit sein.

Der Lieblingsmensch wurde an der Arbeit abgesetzt und dann ging es weiter Richtung Liechtenstein und bereits um 8:30h war ich da. Der Himmel war noch etwas bedeckt, die Temperaturen etwas kühler, perfektes Wanderwetter mit Aussicht auf Sonne.

Los ging es direkt am Parkplatz, der noch leer war. Das erste Ziel war das Sareiser Joch. Auf dem Weg dorthin lag noch ein Geocache, den ich trotz ausführlicher Suche nicht finden konnte. Auf dem Sareiserjoch eröffnete sich ein toller Blick Richtung Nenzinger Himmel und Panüeler Kopf, der mich jetzt erstmal einen großen Teil des Weges begleiten sollte. Nach einem kleinen Schwatz mit einem netten Schweizer Ehepaar ging es nun weiter Richtung Augstenberg. Kurz nach dem Joch gab es einen weiteren Geocache, der sich diesmal nicht lange versteckte.

Ein weiterer Geocache lag auf dem Spitz (maskulinum? femininum? Grammatische Verwirrung!) Dafür musste ich den Wanderweg verlassen und unschwer ein paar Minuten hochklettern. Auch diese Dose war schnell gefunden. Sie war mit einem Metalldraht am Blitzableiter einer Antenne befestigt, was irgendwie eine schräge Idee ist.

Nun ging es aber endlich an den Aufstieg auf den Augstenberg. Der Weg ist nicht besonders ausgesetzt, auf den letzten Metern geht es über Felsen, insgesamt gut zu bewältigen. Am Gipfelkreuz gab es natürlich Fotos, auf solchen Touren ist man ja selten allein am Kreuz, sodass sie auch gescheit werden. Auch hier konnte ich den Geocache schnell finden. Die Aussicht war toll, zumal die Wolken inzwischen weg waren.

Auf dem weiteren Weg zur Pfälzer Hütte liegt zur Linken der Gorfion. Dorthin führt kein ausgewiesener Wanderweg, man sieht aber einen alten, stellenweise recht steilen Weg. Auf dem Gorfion gibt es einen weiteren Geocache, allerdings muss man eine kleine Kletterstelle überwinden. Bei der Cachebeschreibung wird extra gewarnt, dass man sich vor allem den Rückweg gut einprägen solle, damit man die Kletterstelle gut wiederfindet. Ich entschied, mir das zumindest mal anzuschauen. Auf dem Weg schreckte ich erstmal ein Murmeltier auf, was mit lauten Pfiffen seine Kollegen von meiner Anwesenheit informierte. Die Kletterstelle selbst sah gut machbar aus. Ich ließ den Rucksack unten stehen und nahm nur den Stift mit. Nach dem ersten Raufklettern testete ich, ob ich gut wieder runterkam. Es klappte, also wieder rauf. Nach der Kletterstelle ging es über Schotter weiter steil rauf. Ein Blick zurück zeigte, dass die Stelle von oben wirklich nicht mehr zu erkennen war, also prägte ich mir genau ein, wo ich absteigen musste. Nun war es nicht mehr weit zum Gipfel, eine kleine letzte Kletterei und ich war oben. Dieses Mal auch ganz allein. Der Blick war mega. Richtig genießen konnte ich ihn allerdings nicht, denn irgendwie holte mich mal wieder mein Kopf ein, der mir sagte, dass es eigentlich eine sehr leichtsinnige Aktion war, die ich da so betrieb, da ich ja ganz allein unterwegs war. Handynetz gab’s da oben übrigens auch nicht. Insofern hatte ich auch nicht die richtige Ruhe zum Suchen des Caches, obwohl ich gefühlt alle Steine am Gipfel umdrehte. Also trug ich mich mit unserem Geocachingnamen ins Gipfelbuch ein, machte ein Beweis-Selfie und machte mich an den Abstieg. Die Abstiegsstelle fand ich glücklicherweise sofort und das Abklettern gelang problemlos. Bis ich auf den eigentlichen Wanderweg zurückkam, wieder begleitet von empörten Murmeltierpfiffen, war dann auch mein Adrenalinspiegel fast wieder auf normalem Niveau.

Kurz vor der Pfälzer Hütte machte ich eine kleine Vesperpause. Auf der Pfälzer Hütte wollte ich eigentlich auch noch etwas essen, leider hatten sie aber gerade weder Kaiserschmarrn noch Kuchen, wonach das Restadrenalin verlangte, also trank ich nur einen Kaffee und aß die Reste vom mitgebrachten Vesper.

Nun ging es zunächst über einen breiten Schotterweg abwärts. Harmlose, aber stetige Abwärtswege quittiert mein linkes Knie ja gerne mal mit Schmerzen. Das war leider auch dieses Mal der Fall. Insofern war ich froh, als ich den Schotterweg verlassen konnte und Richtung Malbun erstmal wieder ein wenig bergauf laufen konnte. Der eigentliche Abstieg wurde dadurch aber natürlich nur ein wenig hinausgezögert. Mein Knie fand es nicht lustig, aber ändern ließ es sich ja auch nicht.

Schließlich erreichte ich Malbun und da ich zeitlich gut dran war, gab es dort noch einen Apfelstrudel. Es war ein perfekter Wandertag, die Runde sehr schön und aussichtsreich und ich fuhr mit einem fetten Grinsen heim.

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