Uns geht es oft so, dass wir im Urlaub irgendwelche Erkenntnisse haben, was wir beim nächsten Mal anders machen würden. Seien es Dinge, die wir vermisst haben und die wir unbedingt mitnehmen würden oder – und das ist ja der häufigere Fall – Dinge, die wir daheim lassen würden. Wenn dann die nächste Reise ansteht, überlegen wir krampfhaft, was es nochmal war, was wir denn nun anders machen wollten, nur um es dann nicht mehr zu wissen. Damit uns das nicht wieder passiert, schreib ich unsere Gedanken dieses Mal direkt auf. Außerdem wissen wir ja bereits, dass unsere nächste Afrikareise mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen wird und so können wir unsere eigenen Tipps gut gebrauchen.

Am Anfang in Namibia haben wir vor allem Lippenpflege und Nasenspray vermisst. Die Luft ist so viel trockener als wir es gewöhnt sind, dass die Nasenschleimhäute und die Lippen total ausgetrocknet sind. Der zehnstündige Flug wird natürlich auch dazu beigetragen haben. Logischerweise braucht man auch reichlich Taschentücher. Auch Handcreme ist nicht zu verachten. Bei mir waren irgendwann sogar die Handinnenflächen rau.

Wir hatten einen Laptop dabei, um schonmal Fotos von der Speicherkarte rüberspielen zu können und vorzusortieren. Das haben wir letztlich überhaupt nicht geschafft, weil wir viel zu beschäftigt waren und auch abends gar keine Lust dazu hatte, da der Kopf ja so voll mit den Bildern des Tages war. Und aufgrund des schlechten oder fehlenden Internetzugangs haben wir den Laptop auch sonst nicht genutzt. Der darf beim nächsten Mal getrost daheim bleiben.

Was wir auch nicht gebraucht hätten, aber dabei hatten, weil es vorher empfohlen wurde, waren ordentliche Sachen fürs Essen abends in den Lodges. Obwohl die Lodges wirklich edel waren, konnte man da gut mit seinen Tagessachen auftauchen. Ich hab die ordentlichen Sachen dann irgendwann nur angezogen, weil ich sie eh dabei hatte, aber nötig war es nicht. Und der Tipp für die Fahrten auf den Schotterpisten Sport-BHs mitzunehmen, ist nur bei größeren Körbchengrößen relevant.

Alle anderen Kleidungsstücke bis auf Wäsche und Socken – lange Hosen, kurze Hosen, Langarmshirts, T-Shirts, Tops, Fleecejacke – reichen je zweimal, dann kann man das eine mit der Hand durchwaschen und hat noch immer das saubere Gegenstück. Und die Sachen trocknen ja eh super schnell, wenn man sich nicht grad an der Küste aufhält, zumal wir unsere Outdoorsachen dabei hatten, die aus schnell trocknenden Materialien bestehen. Eine der langen Hosen war bei uns mit abzipbaren Beinen ausgestattet, was sehr praktisch war, denn die Temperaturen am Morgen waren im namibischen Winter wirklich frisch (Teilweise 3 Grad), erreichten mittags aber dann locker 27 Grad oder mehr. Mütze und Halstuch sollten deshalb auch dabei sein, wer kälteempfindlich ist, freut sich auch über Handschuhe. Beim nächsten Mal würde ich noch eine wärmere Jacke mitnehmen. Als wir morgens auf dem offenen Safari-Wagen gefahren sind, habe ich sie mir sehr gewünscht, denn trotz massiven Zwiegellooks – der irgendwann auch an seine Grenzen kommt, weil man nicht nur aussieht wie eine Presswurst, sondern auch Schwierigkeiten beim Atmen bekommt – war es wirklich kalt.

Wir hatten im Vorfeld gelesen, dass man beim Tanken zum Bezahlen seine Karte nicht aus der Hand geben sollte, da man dann nicht sehen könne, was mit der Karte passiere. Deshalb hatten wir uns mit Bargeld versorgt, um in solchen Fällen nicht mit Karte bezahlen zu müssen. Das war gar nicht nötig, da es an fast allen Tankstellen mobile Kartenlesegeräte hatte oder man aufgefordert wurde, im Shop zu bezahlen. Überhaupt hätten wir außer für Trinkgelder kein Bargeld gebraucht. Lediglich auf der Ameib Guestfarm konnte man nicht mit Karte zahlen. Alles sonst konnten wir mir Karte zahlen und zwar mit EC-Karte. Auch die Kreditkarte hätten wir außer für den Geldautomaten nicht gebraucht.

Über das Essen in Namibia hatte ich mir im Vorfeld natürlich Gedanken gemacht und auch das eine oder andere gelesen. Und das Gelesene hat sich leider bestätigt: sich in Namibia vegan zu ernähren, wenn man nicht selbst kocht, ist so gut wie unmöglich. Natürlich findet man im Supermarkt vegane Produkte, aber ansonsten ist vegan einfach ein unverständliches Konzept. Selbst unter vegetarisch fällt oft noch Fisch und Hühnchen. Vegetarisch hingegen war kein Problem, außer dass man fast immer dafür bedauert wurde. Ich hatte mir im Vorfeld überlegt, dass ich im Zweifelsfall vegetarisch essen würde. Diese Entscheidung erschien mir vernünftig, da es in Namibia erstens keine Massentierhaltung gibt und ich zweitens im Urlaub auch nicht hungern wollte. Dieser Urlaub war schließlich etwas ganz Besonderes, auf das wir uns auch lange gefreut hatten. Am Anfang hab ich mich mit veganer Mayonaise, Margarine und Mandelmilch ausgestattet und diese dann zum Frühstück mitgenommen. Das lief dann darauf hinaus, dass ich immer Toast mit Mayo oder Margarine und Gurke und Tomate und Müsli mit Mandelmilch gegessen hab. Unterwegs aß ich Gurke mit Mayo, Orangen und Kräcker. Abends hab ich dann in den Lodges vegetarisch gegessen. Das hab ich nicht wirklich lange durchgehalten, obwohl ich wirklich gern Gurken und Tomaten esse. Aber ebenso gern ernähre ich mich abwechslungsreich. Außerdem hatten wir nur am Anfang der Reise einen Kühlschrank zur Verfügung, was die Aufbewahrung schwierig machte. Also bin ich nach ein paar Tagen komplett auf vegetarisch umgestiegen. Das vegetarische Essen an den Abenden war wirklich lecker, denn es war immer sehr köstlich gewürzt. Wer als Veganer nach Namibia reisen möchte und sich die zeitlich beschränkte Umstellung auf vegetarisch nicht vorstellen kann, sollte seine Reise am besten als Campingtour planen, was dort ja problemlos möglich ist, und selber kochen.

Unsere Reiseroute war genau richtig geplant, wir sind weit rumgekommen, aber ohne dass es stressig wurde, weil wir in den meisten Lodges zwei Nächte hatten. Was wir auslassen würden, ist die Übernachtung direkt im Etosha-Nationalpark. Man kann dort ja eh von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang unterwegs sein. Wenn man nach Sonnenumtergang in der Lodge im Park ist, sieht man eh keine Tiere mehr. Natürlich kann man sie hören und die Sterne bewundern, aber das kann man auf anderen Lodges außerhalb des Parks ebenso. Ich bin auch nicht so wirklich überzeugt, dass es eine gute Idee ist, wenn Touristen im Park übernachten können, denn dadurch wird natürlich echt viel Wasser, Strom usw. verbraucht, was ja erstmal in den Park verbracht werden muss.

Auch wir hatten bei der Planung der Reise kurzzeitig überlegt, ob wir uns ein Auto mit Dachzelt mieten und auf Campingplätzen übernachten. Das sieht man in Namibia sehr viel. Wir haben uns auch mit Leuten unterhalten, die so gereist sind. Ich denke, dass man fürs Campen in Namibia mehr Zeit haben sollte als nur zwei Wochen, da man morgens und abends fürs Ab- und Aufbauen und Kochen viel mehr Zeit braucht und man so am Tag weniger machen kann. Auch haben wir gehört, dass es je nach Campingplatz morgens sehr früh laut wird, wenn manche Leute schon früh weiterfahren wollen. Außerdem muss man bedenken, dass es in den Nächten im Winter wirklich kalt wird, was im Zelt sehr unangenehm werden kann.

Dass das optimale Tempo für das Fahren auf Schotterstraßen zwischen 80 und 100 km/h liegt, kann ich hier schreiben, muss aber jeder selber ausprobieren.

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