Schon in der Nacht hörten wir, dass Regen und Wind ordentlich zugenommen hatten oder anders gesagt: es hatte aufgehört, langsam zu regnen. So hatten wir es nicht eilig mit dem Aufstehen und nutzen die Zeit zum Lesen. Zwischendurch föhnten wir immer mal wieder die gewaschene Wäsche, die natürlich nicht über Nacht getrocknet war. Schließlich entdeckten wir mithilfe des Airtags im Koffer, dass unser Gepäck sich auf den Weg gemacht hatte. Nun mussten wir erstmal da bleiben, denn unser Gepäck konnte hier ja außer uns niemand entgegen nehmen, dachten wir. Dass es sich überhaupt auf dem Weg befand, wurde uns nicht mitgeteilt. Da es aber eh keine Aussicht auf Besserung beim Wetter gab, frühstückten wir erstmal ausführlich. Der Lieblingsmensch wagte sich nur kurz raus, um noch ein paar Tamarillos aufzusammeln. Außerdem genossen wir die super süße und aromatische Ananas.

Etwas unentschlossen angesichts des Wetters und der Kofferfrage blieben wir erstmal gemütlich. Total unerwartet kam die Nachricht unserer Vermieterin, dass die Koffer bei ihr abgegeben wurden. Ihr Mann trug sie uns dann auch noch netterweise rüber. Von ihm erfuhren wir, dass sie unser Häusle komplett selbst gebaut hatten. Außerdem ließen wir uns noch Tipps für Unternehmungen bei schlechtem Wetter geben. Dann packten wir erstmal aus und gönnten uns frische Sachen.

Schließlich kamen wir endlich los. Wir hielten bei einem Café, das sich aber als Fehlgriff herausstellte. Die empfohlenen Cafés, die wir als Tipp erhalten hatten, lagen alle in der Altstadt von Ponta Delgada, wo wir nicht ungedingt hinwollten. Also einigten wir uns, zu einer Ananasplantage zu fahren, die auch ein Café haben sollte. Dieses hatte aufgrund des Wetters leider geschlossen, aber wir konnten die Gewächshäuser der Plantage besichtigen. Dabei wurde mir erstmal klar, dass ich noch nie bewusst drüber nachgedacht habe, wie Ananas wachsen. Ich hatte mir immer eine Palme vorgestellt und war sehr erstaunt, dass das gar nicht stimmt. Im Shop konnten wir Ananaslikör probieren und natürlich Ananas kaufen, was wir auch gemacht haben.

Nun war der Plan eigentlich, dass wir in Furnas ins Café gehen. Auf dem Weg wurde uns bewusst, dass eine Teeplantage an der Strecke lag. Also fuhren wir diese als nächstes an. Es war recht voll, weil der Besuch einer Teeplantage ein gutes Schlechtwetterprogramm ist. Wir konnten uns verschiedene Maschinenen zur Herstellung des Tees anschauen, sahen, wie er heute abgepackt wird und am Ende gab es ein Café mit Tee-Ausschank und leckeren Kuchen. Wir probierten uns durch die Auswahl, sowohl an Kuchen als auch Tee, und nahmen noch etwas Tee für daheim mit.

Dann ging es weiter nach Furnas. Dort machten wir Halt an den Caldeiras (falls das Plural ist…). Jedenfalls sind dort mehrere Fumarolen zu bewundern. Und wundern tut man sich in jedem Fall. Es tritt Wasserdampf aus und stinkt ziemlich krass nach Schwefel. Rund um die Fumarolen sind christliche Bilder aufgestellt und es ertönt Weihnachtsmusik. Insgesamt ein abgefahrenes Erlebnis, sowohl geologisch als auch überhaupt.

Nächster Stopp war nun Poça da Dona Beija, ein Thermalbad in Furnas. Auch hier zeigte sich, dass das ein gutes Schlechtwetterprogramm und offensichtlich auch ein gutes Feierabendprogramm ist. Es war sehr voll. Es gibt vier unterschiedliche Becken mit natürlichem, 39 Grad warmem Wasser. Die Anlage ist total schön gemacht. Letztlich ist das Ganze aber natürlich nur baden und das war noch nie meine Abteilung. Mir wird es bald zu warm und außerdem zu langweilig. Der Lieblingsmensch hat es aber sehr genossen und wäre vermutlich auch noch länger geblieben.

© lieblingsmensch
© lieblingsmensch

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Das Restaurant, in dem man mit etwas Glück am Abend noch Cozido bekommen kann, das traditionelle Essen, das in einem Topf im Boden vergraben und über Stunden gegart wird, hatte leider wegen einer internen Veranstaltung geschlossen. Der erste angefahrene Supermarkt war super klein und wir fanden nichts zum auf die Hand essen. In einem größeren Supermarkt an der Strecke wurden wir fündig und hatten ein improvisiertes Abendessen im Auto. Bis wir zurück in der Unterkunft waren, war es dann tatsächlich auch schon 10 Uhr und wir ließen den Abend beim Wein ausklingen.

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