Über Nacht hatte mich die offene Blase am linken Fuß ziemlich geärgert, weil sie immer wieder am Bettzeug kleben blieb. Wenn ich mich bewegte, riss das dann schmerzhaft ab. Entsprechend war ich zunächst wenig motiviert, Aktivitäten anzutreten, bei denen ich Schuhe würde tragen müssen. Also machte ich erstmal ausführlich Yoga auf der Dachterrasse, in der Sonne mit Blick auf den Herzensberg, den Hohen Ifen.

Schließlich lockte der herrliche Sonnenschein aber doch zu sehr als dass ich weiter untätig sein konnte. Meine Recherche hatte ergeben, dass man Blasenpflaster auch auf offene Blasen kleben kann. Also versorgte ich meine Füße und machte einen kurzen Schuhtest. Der war zwar nicht schmerzfrei, aber aushaltbar. So zog ich zu einer kleinen Rennrunde los. Zunächst fuhr ich die Schwarzwasserstraße herunter und bog dann aber Richtung Hirschegg ab. Diesen Weg nehmen wir immer, wenn wir zum Käsestadl fahren. Nun ging es weiter über die Walserstraße Richtung Mittelberg und dann links weg nach Baad. Da die Aussicht so unfassbar gut war, hielt ich immer wieder an, um Fotos zu machen.

In Baad drehte ich eine Runde durch den Kreisverkehr und fuhr wieder zurück. Dieses Mal fuhr ich bis Riezlern. Von dort fuhr ich nicht die Schwarzwasserstraße. Diese hat eine Steigung mit 17 Prozent drin. Die bin ich letztes Jahr mit dem Mountainbike gefahren, eine elende Quälerei. Ich war mir aber nicht sicher, ob ich sie auch mit der Übersetzung des Rennrades schaffen würde, zumal ich komischen Muskelkater in den Oberschenkeln habe, vermutlich weil ich am Tag zuvor mit den kaputten Füßen unrund gelaufen bin. Also ging es über das Wäldele zurück, wo die Straße immer noch genug Steigung aufweist. Insgesamt war es aber eine schöne Runde, da man für die vielen Steigungen dann ja auch mit flowigen Abfahrten belohnt wird.

Nach einem wohlverdienten Essen und einer Kaffeepause machte ich mich schließlich nochmal mit dem E-Bike und dem Anhänger auf den Weg, um ein paar Einkäufe zu machen. Somit hatte ich den direkten Vergleich, wie sich die Berge mit und ohne Unterstützung anfühlen. Und ja, bei einer Steigung von 17 Prozent hat man auch mit dem E-Bike noch genug zu treten. Als wir für den Lieblingsmenschen die Wanderschuhe gekauft haben, hatte ich auch bereits mit neuen Schuhen geliebäugelt. Meine geliebten Wanderschuhe fühlen sich beim Reinschlüpfen immer noch wie Hausschuhe an, aber leider stoße ich beim Bergablaufen neuerdings mit den Zehen vorne an. Aufgefallen war mir das bereits im Frühsommer bei den Touren zur Meglisalp und auf den Augstenberg. Dort hatten wir natürlich recht lange und stellenweise steile Abstiege und gerade auf der Meglisalp war es auch unfassbar heiß. Ich dachte also noch, dass meine Füße vielleicht nur unverhältnismäßig angeschwollen waren. Leider hatte ich dasselbe Problem auch hier, bei den eher wenig steilen Wanderungen Richtung Melköde und ins Gemsteltal. Diese Erfahrung war ja mit ein Grund, warum ich für die Sonnenaufgangstour zum Hohen Ifen die Bergstiefel wählte, die mir die tollen Blasen bescherten. Mit der Erkenntnis, dass letztere also keine Alternative wären, kehrte ich ins Schuhgeschäft zurück und ließ mich ausführlich von der netten Verkäuferin beraten. Die Vermessung meiner Füße ergab, dass ich tatsächlich Schuhe eine Nummer größer brauche. Herumprobieren und testen, immer wieder auf dem „Testgelände“, brachten mich zu einem Schuh von Hanwag. Interessanterweise hat er dieselbe Größe wie mein alter Schuh, wenn man die Innensohlen vergleicht, stellt man aber fest, dass er einen ganzen Zentimeter länger ist. Damit bestätigte sich mal wieder, dass man Wanderschuhe nur sehr schlecht online ohne Anprobieren kaufen kann. Ich nahm auch noch ein paar Wandersocken mit und ließ andere Schuhe des Lieblingsmenschen zum Reparieren dort. Wegen unser umfangreichen Einkäufe müssen wir die Reparatur nicht bezahlen, sondern bekommen sie umsonst. Wegen der ausführlichen Beratung schaffte ich es grad noch so, meine Einkaufe im Supermarkt, diesmal im Spar, zu erledigen.

Abends gab es endlich mal wieder Rote Bete, die ja ein echtes Suchtmittel bei mir ist. Bei einem Glas Rotwein ließ ich den Tag ausklingen.

2 thoughts

  1. Falsche Schuhe können echt quälend sein vor allem wenn man es mitten in der Tour merkt. Ich hattte auch mal diese Erfahrung gemacht. Im Laden Bergschuhe anprobiert alles gut und später nach 2 Std. gehen gemerkt dass die auch nicht passen ! Kenne das also

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