Unser Aufenthalt in Malbun in Liechtenstein Ende November ist ja schon eine kleine Tradition geworden, weil der Lieblingsmensch dort einmal im Jahr eine Tagung hat. In 2020 ist diese coronabedingt ausgefallen, umso mehr haben wir uns gefreut, dass es dieses Mal stattfinden würde.

Nach unser Ankunft am Freitagnachmittag bin ich noch losgelaufen ohne Ziel. Wir waren am See im Nebel gestartet und hatten diesen erst in Triesenberg hinter uns gelassen. In Malbun selbst lag kein Schnee, aber ich musste nur ein bissle aufsteigen, um im Schnee anzukommen, der in den Wochen vorher schon reichlich gefallen war. Es wurde bald dunkel und obwohl die Lichter von Malbun immer in Sichtweite blieben, hat mich doch irgendwann ein mulmiges Gefühl beschlichen, weil die Orientierung im Schnee in der Dunkelheit trotz Stirnlampe gar nicht einfach ist.

Am Samstagmorgen waren die Bedingungen absolut grandios: strahlend blauer Himmel begrüßte uns beim Aufstehen, es war auch nicht übermäßig kalt. Nach Kaffee und Tee machte ich mich bald auf den Weg. Der Weg hinauf bis zum Sareiserjoch hatte nur vereinzelte Stellen mit Schnee, aber oben angekommen erreichte ich auch den Schnee und genau in dem Moment kam die Sonne über die Berge. Die Jacke konnte ich ausziehen.

Rundherum war es vollkommen still, ich war mit Egon allein. Den Augstenberg vor Augen ging es nun hinauf.

Der an sich unschwere Weg entpuppte sich als gar nicht so ohne mit dem tiefen Schnee. Vor allem die Stelle, die im Sommer über einen schmalen Weg am steilen Hang entlangführt, war mit Schnee eine Herausforderung, da ich immer wieder ins Leere trat, wenn ich den Weg nicht erwischte. Da halfen auch die Schneeschuhe nichts, die ich inzwischen angezogen hatte. Die einzige seilversicherte Stelle des weiteren Aufstiegs lag in der Sonne und hatte entsprechend wenig Schnee. Also zog ich die Schneeschuhe aus und ließ sie mitsamt den Stöcken dort liegen, da auch der weitere Weg erstmal keine geschlossene Schneedecke hatte. Der Gipfelanstieg, der im Sommer eine kleine Kletterei über Felsen ist, war im Schnee ganz anders, da man die Löcher unter dem Schnee nicht gut sehen konnte, ich sie aber sehr treffsicher immer wieder erwischte.

Auch auf dem Gipfel war ich komplett allein. Es wehte hier ein kleiner Wind und die Sicht war der Hammer. Das Rheintal und der Bodensee lagen unter den Wolken, über mir der blaue Himmel.

Den Abstieg wollte ich über denselben Weg nehmen, da die Pfälzer Hütte im Winter ja eh nicht bewirtschaftet ist. Dabei folgte ich zunächst einer Spur im Schnee neben der Aufstiegsstrecke, quasi einfach steil gerade runter. Ohne Schneeschuhe sank ich natürlich immer wieder ein und hinterließ auch den einen oder anderen Abdruck verschiedener meiner Körperteile im Schnee. Für den weiteren Abstieg über den schmalen Weg ließ ich dieses Mal die Schneeschuhe weg, was sich als die richtige Entscheidung herausstellte, es ging so deutlich besser. Erst hinter dem Sareiserjoch begegnete mir ein anderer Wanderer. Wir tauschten ein paar Worte und ich machte mich an den letzten Abstieg. Zum Mittagessen war ich wieder im Hotel.

Am Nachmittag drehte ich noch eine Runde zum Sass-Seelein. Leider konnte ich den Plan des Badens nicht umsetzen, weil es natürlich schon komplett zugeforen war. Aber ich hab Informationen zu einem Multicache sammeln können, das Final ist das dann beim nächsten Besuch im kleinen Lieblingsland fällig.

Unterwegs konnte ich immer wieder zu dem Gipfel aufschauen, auf dem ich noch am Morgen gestanden bin. Ein erhebendes Gefühl!

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