Walser Hammerspitze – Hochgehren – Oberstdorfer Hammerspitze – 8,36km und 797Hm

Das diesjährige Berg-Highlight fiel auf den letzten Urlaubstag und ich hab mich die ganze Zeit drauf gefreut und natürlich auch ein bissle gebangt, ob das Wetter passen würde. Ich hatte mich zu einer geführten Bergtour bei der Bergschule angemeldet.

Das Wetter sah am Morgen gut aus. Ich wollte mit dem Bus zum Treffpunkt an der Kanzelwandbahn fahren, musste aber an der Bushaltestelle feststellen, dass so früh gar kein Bus fährt. Also hat der Lieblingsmensch mich eben gefahren. An der Talstation traf ich die anderen Teilnehmer und unseren Bergführer. Wir wurden mit Klettergurten, Schraubkarabinern und Helmen ausgestattet. Ich hatte mir inzwischen einen eigenen Helm gekauft, den ich auf dieser Tour also einweihen konnte. Mit der Kanzelwandbahn ging es nun hinauf. Oben angekommen konnten wir die Ziel-Gipfel bereits zum ersten Mal sehen.

Zunächst ging es auf die Walser Hammerspitze, die unschwer, mit Mini-Kletterstellen über einen Wanderweg zu erreichen war. Dort habe ich gleich noch einen Geocache mitgenommen. Bei einer kleinen Pause am Gipfel legten wir nun schonmal die Klettergurte an. Ein Vater und seine Tochter entschieden sich hier, wieder umzukehren. Das Mädel hatte Probleme mit Asthma und ihren Inhalator vergessen. Wir waren also nur noch drei Leute plus Bergführer.

Nun ging es weiter und der Weg wurde deutlich anspruchsvoller. Vor dem Aufstieg auf den Hochgehren wurden wir mit einem Seil eingebunden und auch die Helme kamen zum Einsatz. Beim Aufwärtsgehen sichert man das Seil des Hintermanns, beim Abstieg das Seil der Vorderfrau. In Kletterpassagen lässt man das Seil dann los. Das Gehen mit dem Seil war etwas ungewohnt und an anspruchsvollen Stellen hab ich es immer wieder geschafft über das Seil zu steigen. Unser Bergführer versicherte uns, dass man mit etwas Übung besser damit klarkommt. Wie immer also: Übung macht die Meisterin.

Der zweite Gipfel war recht bald erreicht und wir hielten uns nicht so lange auf.

Beim Aufstieg geht immer der Bergführer voran, beim Abstieg sichert er von hinten als letzter, also liefen wir nun in umgekehrter Reihenfolge. An einer seilversicherten Stelle mit steilen Steinplatten waren wir zusätzlich gesichert. Sie war aber recht gut zu meistern. Bei weiteren Kletterstellen gab es immer Sicherungsmöglichkeiten im Stein, die von der Bergschule geschraubt waren, so dass wir nicht mehr nur an einander gesichert waren.

Die Kletterstellen konnte ich alle sowohl aufwärts als auch abwärts gut meistern, wenn vielleicht auch nicht immer technisch sauber bzw. besonders elegant. Diverse Kratzer und blaue Flecken hab ich mir allerdings dabei zugezogen, aber das gehört ja dazu und ist mir eh erst hinterher aufgefallen. Meine Komfortzone verlassen habe ich dann endgültig auf dem Grat, der einfach nur schmal war. Gerade, wenn dann noch ein Wind bläst, finde ich das nicht ohne. Umso cooler, wenn man das dann geschafft hat.

Der letzte Gipfel war ziemlich schmal. Den Ort des dort versteckten Geocaches konnte ich erblicken, er war aber sehr luftig und wir wollten uns nicht ewig aufhalten, da wir weitere Bergsteiger ankommen sahen. Der Abstieg von diesem letzten Gipfel war besonders durch abrutschende Steine gefährdet. Insofern wollten wir verhindern, dass direkt hinter uns jemand absteigt.

Der direkte Abstieg vom Gipfel erfolgte nun per Abklettern oder Abseilen. Ich wählte die letzte Variante 😬

Danach ging es teilweise sehr steil durch losen Schottern und Geröll, also genau das, was ich am wenigsten mag. Außerdem war der Weg teilweise höchstens zu erahnen, sehr spannend!

Schließlich wurde der Weg wieder zu einem Wanderweg und wir konnten den restlichen Abstieg mit Blick auf unser Ziel, die Fiderepasshütte, locker ablaufen.

An der Hütte hatte es zwar keinen Kaiserschmarrn, aber es gab Germknödel mit Vanillesauce, auch mega lecker.

Außerdem hatten sie dort das witzigste Toilettenschild, das ich je an einer Hütte gesehen hab. Die Tour endete an der Hütte. Ich hatte mich bereits vorher entschieden, nicht ins Tal abzusteigen, sondern unterhalb der Gipfel über den Kuhgehrensattel zur Kanzelwand zurück zu laufen und die Bahn ins Tal zu nehmen, weil meine Knie und ich keine Lust auf den langen Abstieg ins Tal hatten.

Nach der Einkehr ist ein weiterer Teilnehmer noch auf den Mindelheimer Klettersteig gegangen. Der andere Teilnehmer und ich sind zusammen bis zur Innerkuhgerenalpe gelaufen. Beim Blick zurück waren wir selbst erstaunt, dass wir durch diese Felsen geklettert waren, wo kein Weg zu sehen war.

Von dort ist er ins Tal abgestiegen und ich bin zur Kanzelwandbahn zurückgelaufen. Kurz habe ich überlegt, die Kuhgehrenspitze noch mitzunehmen, da ich aber nicht wusste, wie lang die Bahn überhaupt fährt, bin ich lieber weiter gelaufen. Wieder im Tal gab es dann noch ein tolles Eis von Miluh.

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