Rennradfahren ist nach wie vor meine große Leidenschaft, wenn es um Sport geht. Seit ich vor vier Jahren damit angefangen habe, sind zwar nicht nur weitere Räder dazugekommen, sondern auch andere Sportarten. Aber das Rennrad packt mich nach wie vor am meisten. Mein erstes Rennrad habe ich gebraucht gekauft und liebe es bis heute, allein schon, weil es das erste war, und die erste Liebe ist ja bekanntlich immer eine ganz besondere…

Im Winter 2018 habe ich mir mein Winterrad zugelegt, einen Crosser mit verhälnismäßig breiten 40mm Profilreifen. Wenn es kalt, nass und glatt ist, eine optimale Wahl. Er fährt sich auch super auf Schotter. Aber, er ist natürlich kein Rennrad. Und auch wenn ich ihn für Winter und schlechtes Wetter wirklich schätze, kommt er mir halt irgendwie immer groß vor, obwohl er inzwischen perfekt eingestellt ist und ich durchaus lange Touren damit fahren kann.

Die Saison 2019 hat mein Rennrad noch mitgemacht. Die Schaltung war inzwischen zu einer kompletten Diva mutiert, so konnte ich nur noch auf einem bestimmten Ritzel vom großen aufs kleine Blatt schalten, ansonsten blieb die Kette zwischen den Blättern hängen. Alles Schrauben und Einstellen brachte nix. Interessanterweise gewöhnt man sich ja sogar auch an sowas und ich bin noch bis in den Herbst gefahren.

Also entschied ich mich im November, ein neues Rennrad für die neue Saison zu bestellen. Da ich von meinem Orbea Terra grundsätzlich überzeugt bin, sollte es wieder ein Orbea werden. Erst schaute ich mir die Angebote der auslaufenden Saison an, aber bald wurde klar, dass ich da mit den Größen nicht klarkommen würde. Außerdem gebe ich zu, dass ich es bei Orbea klasse finde, dass man die Lackierung selbst bestimmen kann. Also ließ ich mich beim Fahrradhändler meines Vertrauens beraten und es wurde ein Orbea Orca in einem geilen Jadegrün mit schwarz. Bei meinem Crosser hatte ich mich für eine matte Lackierung entschieden, was zwar schick aussieht, aber, wie ich in der Zwischenzeit feststellen musste, auch ziemlich empfindlich ist. Insofern sollte es dann dieses Mal eine Metallic-Lackierung werden. Ausgestattet ist das Rad mit Shimano Ultegra R8000. Bei der Schaltung habe ich kurz überlegt, ob ich in eine elektrische investiere. Letztlich erschien mir dies dann doch unpraktisch, zumal ich bestimmt ständig vergessen würde, sie aufzuladen. Als Rahmengröße wählte ich 47, ein Zwergenrad für eine Zwergenfahrerin mit kurzen Armen. Und dann kam, neben dem Preis, der wirklich harte Teil, voraussichtlicher Liefertermin: Mai 2020!!!

Die Warterei wirkte sich insofern aus, dass ich für meine Verhältnisse bisher in diesem Jahr wirklich wenig gefahren bin. Natürlich bin ich den Winter durch weiter mit dem Rad in die Arbeit gefahren, was aufgrund von Schneemangel auch gut machbar war. Aber ich hatte einfach keine Lust, bei Kälte meine sonstigen Kilometer abzureißen und bin deshalb auf meine anderen Sportarten ausgewichen. Als die Temperaturen langsam stiegen und die anderen Sportmöglichkeiten aufgrund von COVID19 nach und nach wegfielen, war ich natürlich froh, dass ich den Crosser hatte, zumal Orbea eine spanische Firma ist und somit absehbar war, dass der Liefertermin aufgrund der Sondersituation womöglich noch weiter nach hinten rutschen würde. Leider merkte ich auch, dass meine Kondition schonmal besser war und man auf dem Crosser einfach nicht das Tempo fahren kann, was auf dem Rennrad geht.

All das hat jetzt ein Ende, denn mein Rad kam sogar ein bissle früher, nämlich Ende April, hier an. Und es ist ein Traum. Die Größe passt super, ich sitze richtig kompakt, es ist leicht und … schnell, vielleicht hat meine Kondition doch nicht so nachgelassen und es lag nur am Rad 🙂
Ich musste kaum etwas verändern an den Einstellungen, lediglich die Sattelhöhe habe ich noch zweimal angepasst. Da ich mir neue Radschuhe gegönnt habe, bin ich noch mit der Einstellung der Pedalplatten beschäftigt, meine Knie reagieren leider ziemlich empfindlich, wenn da was nicht optimal passt. Aber auch das dürfte mit den nächsten zwei oder drei Fahrten dann erledigt sein. Das Jadegrün sieht am Rad noch schöner aus als auf dem Rechner. Allerdings musste ich mir neue Radflaschen kaufen, blau und gelb geht jetzt einfach gar nicht mehr. Und neue Outfits sind wohl auch noch fällig, da meine bisherigen Radklamotten erstaunlich viel Rot haben, was gar nicht aussieht. Das Auge fährt schließlich mit. Ein paar Features sind besonders schick. So ist die Schraube für den Sattel in den Rahmen integriert und am Vorbau kann man eine Halterung für das Garmin direkt einbauen. Ich wurde also super beraten und habe den Kauf über einen Händler vor Ort nicht bereut.

Mein altes Rennrad bekommt sein Gnadenbrot übrigens in der alten Heimat. Es darf im Keller meiner Eltern wohnen und ich habe ein Rad, wenn ich dort zu Besuch bin. Sollte irgendwann in diesem Jahr ein Besuch wieder möglich sein, freue ich mich darauf, es wieder nutzen zu können. Außerdem werde ich meinen alten Schuhen und dem alten Radhelm dort auch ein zweites Leben können, dann bin ich dort auch ausgestattet. Alte Radklamotten lager ich auch aus, vor allem die mit Rot.

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