Nach inzwischen fast acht Jahren als Veganerin dachte ich, alle Ernährungsweisheiten von vermeintlichen Ernährungsexperten zu kennen. Da machen sich Leute, die selbst regelmäßig Pizza, Burger und Co. von den entsprechenden Fastfood-Ketten konsumieren, Sorgen um meine Nährstoffversorgung. Andere versichern mir, dass sie ja nur ganz wenig Fleisch und nur Bio essen würden. Es wird gefragt, ob das nicht total schwierig sei oder ob ich nicht zwischendurch total Lust auf Fleisch hätte. Ein Klassiker ist natürlich die Frage: „Was kannst du denn überhaupt noch essen?“

Diese letzte Frage wird mir jetzt wieder vermehrt gestellt, wenn ich sage, dass ich auch keinen Zucker esse und zusätzlich auf meine Kohlenhydrate achte. Neustes Bingo-Highlight ist allerdings: „Du isst keinen Zucker? Dann darfst du aber auch kein Obst essen, denn da ist Fructose drin und die ist ja voll schädlich.“

Puh… Ich stelle fest, dass ich langsam keine Lust mehr auf diese unsinnigen Diskussionen habe. Ja, Obst enthält Fructose. Aber in Kombination mit Ballaststoffen und reichlich Nährstoffen. Die sind in Industriezucker nicht enthalten, denn der besteht nur aus Fructose und Glukose. Noch Fragen?

In letzter Zeit hab ich einiges zum Thema Zucker gelesen. Robert H. Lustig rechnet in seinem Buch „Fat Chance“ (deutsch: Die bittere Wahrheit über Zucker) vor allem auch mit der Lebensmittelindustrie ab. Das Buch ist zwar sehr amerikanisch, aber die Fakten sind gut belegt. 100 Tage zuckerfrei von Martina Tischer wirft einen anderen Blick auf das Thema mit der Frage, warum wir überhaupt so leicht abhängig von Zucker werden und auf welche seelischen Mängel das hindeuten kann. Hilfreich, nicht nur im Hinblick auf das Thema Zucker, sondern zur Frage nach der richtigen Ernährung, fand ich auch den „Ernährungskompass“ von Bas Kast. Er nimmt diverse Ernährungsweisen unter die Lupe und erklärt diese genau. Richtig gut finde ich seinen Ansatz, dass es nicht die eine passende Ernährungsweise für alle Menschen gibt, sondern dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, es aber gut belegte Erkenntnisse aus Studien gibt, u.a. über die Schädlichkeit von Zucker.

Diese Bücher kann ich wirklich empfehlen. In den kommenden Wochen haben wir alle ja vermutlich deutlich mehr Zeit aufgrund der veränderten Lebensbedingungen durch das Corona-Virus. Ich werde diese auf jeden Fall zum Lesen nutzen.

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