Als wir vor genau einem Jahr fürs Wochenende in Liechtenstein waren, bin ich im ersten Schnee auf den Schönberg gewandert, den Bericht könnt ihr hier lesen. Schon damals dachte ich, dass eine Schneeschuhtour doch mal eine gute Idee wäre. Als klar war, dass wir auch in diesem Jahr wieder nach Liechtenstein gehen würden, habe ich Kontakt mit dem Wanderguide.li aufgenommen.

Da es dieses Jahr sogar noch mehr Schnee hat, stand einer geführten Schneeschuhwanderung nichts im Weg. Thomas kam zu uns ins Hotel und wir haben erstmal ein paar Grundaspekte wie Lawinengefahr und Tourenplanung durchgesprochen. Dabei kam es direkt mal zu ein paar Aha-Effekten und neuem Wissen. Am Auto haben wir dann die Ausrüstung geholt und konnten auf dem Weg neben der Straße direkt die Schneeschuhe anziehen, denn es lag genug Schnee. Die ersten Gehversuche erfolgten auf dem Weg zur Eisbahn in Malbun und gingen erstaunlich gut. Das Laufen war sehr angenehm.

Nun ging es erstmal bergauf Richtung Sass-Seelein und schnell wurde es so warm, dass wir uns erstmal einer Kleidungsschicht entledigen konnten. Das Tempo war genau richtig und gut zu gehen. Es kam immer mehr blauer Himmel zum Vorschein und der Schnee glitzerte in der Sonne. Auch das Sass-Seelein war natürlich zugeschneit und gar nicht als See zu erkennen. Es soll durch die Tränen einer vor Liebeskummer weinenden Drachin entstanden sein.

Am Sassförkle begegnete uns schließlich ein anderer Schneeschuhgänger, der aber nur ein Stückle weitergegangen war um dann wieder umzukehren. Dort haben wir uns in der Sonne noch einmal mit Karte und Koordinaten beschäftigt. Dabei hab ich dann auch festgestellt, dass an meinem GPS-Gerät der GPS-Empfang ausgeschaltet war, was natürlich sehr schlau ist, wenn man eine Tour aufzeichnen möchte.

Schließlich kamen wir dann zu der Stelle, an der der andere Schneeschuhgeher umgekehrt ist. Ab da mussten wir dann selber die Spur ziehen. Das bedeutet natürlich, dass man zum einen noch besser auf Gelände und Lawinengefahr achten muss und es zum anderen auch schlicht anstrengender ist. Außerdem ist es total interessant zu spüren, wie viel wärmer es auch bei diesen Temperaturen in der Sonne ist.

Immer häufiger sahen wir nun auch Tierspuren, z.B. von Gämsen und Schneehühern, aber auch von Hasen und Mäusen. Als der Aufstieg steiler wurde, konnte man elegant die Steighilfen an den Schneeschuhen aktivieren, eine echte Erleichterung.

Schließlich hatten wir es geschafft: wir waren auf dem Schönberg. Die Aussicht war einfach grandios, blauer Himmel und das ganze Rheintal unter uns voller Wolken. Es war gleich deutlich windiger, also haben wir uns die Jacken wieder angezogen und dann gevespert. Dazu gab es sogar ein kleines Mundharmonika-Konzert von Thomas, total stilechte Romantik auf dem Berg, fehlte nur der Gipfelschluck, den wir leider vergessen hatten.

Da der Wind doch echt frisch war, haben wir uns bald an den Abstieg gemacht. Querfeldein durch den unberührten Schnee, ein absoluter Traum. Ich hätte ständig neue Fotos machen können, so wunderschön war es! Schließlich gelangten wir zurück in unsere eigene Spur.

Vom Sassförkle sind wir nochmal querfeldein gelaufen, um dann auf dem Jägerweg Richtung Malbun abzusteigen. Schließlich haben wir die Schneeschuh ausgezogen, weil es keinen schönen Schnee mehr hatte. Das Laufgefühl in den Wanderschuhen war ein ganz anderes, völlig verrückt.

Auch wenn es natürlich anstrengend war, durch den Schnee zu wandern, war ich eigentlich traurig, als wir wieder am Hotel ankamen.
Thomas ist nicht nur ein total nett Typ, mit dem man einfach entspannt Zeit verbringen kann. Er weiß unheimlich viel über die Berge und die Natur und hat eine sehr sympathische Art, dieses Wissen zu vermitteln. Wer also in Liechtenstein unterwegs ist und nicht allein durch die Berge laufen möchte, sollte unbedingt bei Thomas nach Tourangeboten suchen. Definitv eine Empfehlung.

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