Die Ausflüge des heutigen Tages blieben alle in der Nähe, also haben wir uns ein etwas späteres Frühstück gegönnt. Morgens war es richtig kalt, aber es wurde wie immer dann doch irgendwann warm.

Unser erstes Ziel war das Living Museum of the San. Ehrlich gesagt war ich etwas skeptisch, denn Menschen anzuschauen wie in einem Zoo hat meiner Meinung nach einen komischen Beigeschmack. Aber man kann sich keine Meinung bilden, wenn man es sich nicht selbst angeschaut hat. In diesem Museum lebt eine Gruppe von San in den überlieferten Traditionen, so dass auch ihre Kinder – und davon gab es einige – die alte Kultur lernt und in ihr aufwächst. Wirklich traditionell als Nomaden oder Halb-Nomaden zu leben, ist den San in den heutigen modernen Staaten mit ihren Grenzen kaum mehr erlaubt. Außerdem tragen die kilometerlangen Zäune dazu bei, dass auch die Tiere nicht mehr so umherziehen können wie sie es müssten, wodurch ihre Zahl immer mehr abnimmt, mal davon abgesehen, dass es den San gar nicht erlaubt ist, einfach so zu jagen. Die San, die wir besucht haben, leben also davon, dass sie Touristen ihre Traditonen zeigen und ihren liebevoll in traditioneller Handarbeit hergestellten Schmuck verkaufen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, wenn man das unterstützt, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Wir haben gezeigt bekommen, wie die San Feuer machen, wie sie aus Pflanzenfasern Seile herstellen, wie diese Seile für das Bauen von Fallen, z.B. für Perlhühner, benutzt wird, wie die San mit Pfeil und Bogen jagen und wie die Frauen aus Straußeneiern den Schmuck herstellen. Das war alles total interessant, aber am spannendsten fand ich eigentlich eine ganz andere Beobachtung. Da ich mich ja seit einer Weile mit dem Thema Barfußlaufen beschäftige, übe ich grad auch die tiefe Hocke, etwas, was wir Menschen eigentlich von Natur aus können – man muss sich nur Kinder anschauen – und was eigentlich eine sehr natürliche und auch gesunde Haltung ist. Bei den San konnte ich beobachten, dass es für sie genau das ist, eine natürliche Haltung. Gleichzeitig war zu beobachten, dass sie ihre Sitz- und Hockposition ganz häufig wechseln und nicht wie wir „modernen“ Menschen stundenlang in derselben Position verharren. Alle waren natürlich barfuß und ich habe nur wohlgeformte, schöne Füße gesehen, die auch noch mehr Funktionen erfüllten außer den Menschen zu tragen. Der Mann, der das Seil herstellte, benutzte seine Füße z.B., um ein Werkzeug damit zu halten, wenn er eine dritte Hand brauchte. Ich war tief beeindruckt! Auch wir haben noch Andenken gekauft. An jedem Werkstück stand der Name der Person, die ihn gefertigt hat und die Preise waren für die tolle Handarbeit eigentlich noch zu günstig. Mein Armband wird mir auf jeden Fall eine schöne Erinnerung bleiben. Direkt dort hatte es auch einen Geocache. Ich bin wieder den komplizierten Weg geklettert, um dann oben festzustellen, dass es auf der anderen Seite viel einfacher gewesen wäre. Der Cache war einfach ein Zettel unter einem Stein, was bei diesem Klima hier nun wirklich kein Problem darstellt.

Danach sind wir an Christinas Bergcafé vorbeigefahren, was am Sonntag aber leider geschlossen war. Nun ging es zur Ameib-Gästefarm gefahren. Dort konnten wir einen Salat zum Mittag bekommen, was uns sehr gefreut hat, da das Vesper am Auto irgendwie immer dasselbe war. Es hat etwas gedauert und hektisches Gelaufe gegeben, aber wir sind lecker satt geworden. An der Rezeption haben wir dann Eintritt und Permit bezahlt. Dort bestätigte sich der Eindruck, den wir schon die ganze Zeit hatten, denn alles wirkte etwas unorganisiert: die Rezeption war einziges Durcheinander mit einer beeidruckenden Staubschicht.

Von dort sind wir dann zu Philipp’s Cave gefahren. Vom Parkplatz musste man so ungefähr 40 Minuten laufen. In der Höhle finden sich faszinierende Felsszeichnungen und da die Decke sehr überhängend ist, ergibt sich aus der Höhle ein besonderer Blick.

Danach sind wir noch zu Bull’s Party gefahren. Dort liegen krass große, runde Felsen, die aussahen, als würden sie jeden Moment wegrollen, völlig irre. Da das Tor der Ameib-Farm bei Sonnenuntergang schließt und wir ja auch zum Abendessen zurück sein wollten, haben wir die anderen Sachen ausgelassen und sind zurückgefahren. Dieses Mal gab es etwas früher Essen. Ich hatte einen Butternut gefüllt mit Spinat. Wär der Käse oben drauf nicht gewesen – den es geschmacklich gar nicht brauchte – wäre es vegan gewesen. Es war jedenfalls super lecker.

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