Da wir schon vorab die Living Desert Tour gebucht hatten, war wieder frühes Aufstehen angesagt, denn wir sollten schon um 8 Uhr abgeholt werden. Dass daraus beim Anbieter Charly immer halb 9 wird, haben wir erst erfahren, als wir bereits eine halbe Stunde gewartet hatten. Unser schwarzer Guide hieß Ernst, was irgendwie schräg war. Wir sind dann mit zwei Autos in die Wüste gefahren, die direkt am Rande von Swakopmund losgeht bzw. eher umgekehrt bis Swakopmund geht und wie wir erfahren haben, sich auch immer mehr in der Stadt ausbreitet. Zunächst gab es ein paar Einweisungen, z.B. dass wir immer hintereinander laufen sollten um weniger Spuren zu hinterlassen. Ernst hatte einen krassen Blick für kleine Hinweise. So hat er in einem Gebüsch eine Schlange gefunden, die mega gut versteckt war. Er hatte ganz viele Informationen über sie parat. Danach hat er völlig zielsicher einen Gecko ausgegraben, ein fast durchsichtiges, nachtaktives Tierchen, was einfach da saß und sich vor lauter Helligkeit nicht rührte. Eine Eidechse hat Ernst mit nur einem Griff aus dem Sand geholt. Im Gegensatz zum Gecko ist sie tagaktiv und sehr schnell unterwegs. Auf einer Düne wieder ausgesetzt, ist sie ganz flott hochgelaufen bevor sie sich wieder eingebuddelt hat. Hier sind auch kleine Vögel gekommen, sog. Schnätzer, die Ernst von der Hand fraßen. Schließlich haben wir noch ein Chamäleon gesehen, wobei ich mehrmals hinschauen musste, bevor ich es überhaupt entdeckt hab. Außerdem hat er uns gezeigt, dass die dunklen Teile im Sand magnetisch sind. Ich hab es mit meinem Armband, das einen Magnetverschluss hat, getestet. Man sollte nur ein Tuch über den Magneten machen, sonst kriegt man die feinen Teile nie mehr ab. Die ganze Tour war also sehr informativ, auch wenn sich für mich wieder bestätigt hat, wie richtig wir es mit dem selbständigen Fahren gemacht haben, denn manche Teilnehmer waren doch extrem nervig.

Zurück im Guesthouse haben wir erstmal gevespert. Gestärkt sind wir dann zur Mall gefahren, die den Namen „Platz am Meer“ hat. Dort haben wir neue Trekkingschuhe für meinen Mann gekauft, weil seine ihm einfach nicht mehr vernünftig passten und er sich üble Blasen gelaufen hatte. Dann sind wir Richtung Innenstadt gefahren. Eigentlich wollte ich noch eine Kleinigkeit essen. Auf dem Weg zum Pizzaladen, den es gar nicht mehr gab, haben wir Armin getroffen, den Guide der Gruppe aus Sachsen, und ein bissle mit ihm geschwätzt. Dadurch haben wir auch Tipps für unsere Weiterfahrt am nächsten Tag bekommen. Schließlich haben wir das Auto schonmal bei Jetty abgestellt, wo wir später essen wollten. Zu Fuß ging es zum Aussichtspunkt und am Leuchtturm vorbei. Dann standen zwei Geocaches auf dem Plan. Den ersten haben wir schnell gefunden. Beim zweiten suchten wir noch beim Eingang eines Ladens als ein älterer Herr aus der Tür schaute und fragte: „Do you follow a silly interest called geocaching?“ Er hatte den Geocache eben gefunden und sich im Laden eingetragen. Die Chefin des Ladens hatte den Cache gelegt. Wir sind dann noch ein wenig weiter durch Stadt gebummelt. Im Buchladen haben wir uns mit Literatur über Namibia eingedeckt. Es gab dort ein Buch über die Familiengeschichte des Besitzers, dessen Großeltern sich in Südafrika kennengelernt haben, aufgrund von Kriegsgeschehnissen aber 10 Jahre lang nur schreiben konnten und erst danach wirklich zu einander gefunden haben. Das musste natürlich mit. Danach stellten wir fest, dass die meisten Läden zwischen 5 und 6 zumachten. Also haben wir unser Auto geholt und im großen Superspar, der länger aufhat, schonmal unsere Vorräte aufgestockt.

Unsere Reservierung fürs Essen hatten wir an diesem Abend im Jetty, das ganz am Ende eines Stegs liegt und einen tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang bot. Allerdings hatten wir den Tisch direkt am Eingang und jedes Mal, wenn die Tür aufging, zog es eiskalt herein. Wir haben dann gesagt, dass wir einen anderen Tisch möchten und nach einigem Hin- und Her wurden wir umgesetzt. Ich habe Thai Green Curry bestellt und wurde von der Bedienung gewarnt, dass das nur vegetarisch sei und ob ich nicht Hühnchen oder Garnelen dazu wollte. Da es mit Kokosmilch gemacht war, war es vermutlich sogar aus Versehen vegan. Es war jedenfalls sehr lecker.

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