Jugendbuch von Ursula Poznanski

Im Oktober war ich zu einer Lesung im hiesigen Buchladen. Lustigerweise wurde ich durch eine meiner Schülerinnen auf diese Lesung aufmerksam gemacht. Sowas läuft ja normalerweise umgekehrt ab.

Ursula Poznanski las aus ihrem Buch Thalamus. Meine Schülerin ist ein großer Fan dieser Autorin, deshalb hatte sie mir vor einiger Zeit bereits ein anderes Buch empfohlen, nämlich Layers.

Thalamus handelt von Timo, der bei einem Unfall mit seinem Motorroller ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erleidet. Als er nach Wochen im Koma wieder zu sich kommt, kann er zwar normal denken, aber keinen seiner Gedanken in Worte fassen. Um das Sprechen und auch das Laufen wieder zu erlernen, wird in eine Reha-Klinik verlegt, die sich auf solche Fälle spezialisiert hat.

Dort angekommen lernt er bald andere Jugendliche mit einem ähnlichen Schicksal kennen. Aber schnell wird ihm klar, dass es in dieser Klinik nicht mit rechten Dingen zugeht, denn nachts können einige der Patienten – Timo eingschlossen – plötzlich wieder laufen und sprechen. Auch wird deutlich, dass es jemanden gibt, der verhindern will, dass Timo zu viel herausfindet.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Es ist unglaublich spannend und hat immer wieder interessante Wendungen. Auch in diesem Buch wird eine moderne Technik thematisiert und weitergedacht, wie sie sich eventuell entwickeln könnte. Dabei wird der Leser nicht mit irgendwelchen technischen Details zur Funktionsweise gelangweilt. Die mögliche Nutzung der Technik bleibt aber immer realistisch und so denkbar. Die Geschichte ist vielschichtig und komplex, wird dennoch niemals unübersichtlich. Es ist ein Buch, bei dem man bis zum Ende nicht weiß, wie es wohl ausgehen wird.

Ursula Poznanski hat in ihrer Lesung genau die Textstellen ausgewählt, die neugierig machen, das Buch zu lesen. Sie hat aber nichts vorweggenommen und auch das Ende nicht verraten, was sich sehr gut fand, da ich das Buch zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Ende gelesen hatte. Sie hat eine sehr angenehme Lesestimme, der man gut zuhören kann. Die Fragen der Leser im Anschluss hat sie sehr humorvoll beantwortet.

Insgesamt also ein unterhaltsamer Abend und ein spannendes Buch, das auch für Erwachsene eine Empfehlung ist.

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