Da der gemeinsame Sommerurlaub aufgrund der unterschiedlichen Ferienzeiten im Thurgau und in Baden-Württemberg in diesem Jahr nicht stattgefunden hat, entschieden wir uns, im September wenigstens für ein Wochenende wegzufahren. Die Wahl fiel auf Liechtenstein, genauer gesagt den Lama- und Alpakahof Triesenberg. Wie genau ich darauf gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Es war ein Vorschlag von airbnb als ich eigentlich nach was Anderem suchte, glaub ich. Übernachtung im Tipi wurde dort angepriesen. Inmitten von Lamas, Alpakas und Kaninchen, ohne Dusche mit nur kaltem Wasser und ohne sonstigen Comfort. Klang einfach perfekt. Zudem ist Liechtenstein nun wirklich nicht weit von uns entfernt.
Mein Arbeitstag ist am Freitag kürzer als der meines Mannes, deshalb bin ich zusammen mit der Lieblingstrainingspartnerin mit dem Rennrad zu ihm in die Arbeit gefahren und wir sind von dort gestartet, zumal das dann eh auf dem Weg lag. Unterwegs wollten wir noch fürs Abendessen einkaufen, dafür sind wir schnell nach Österreich rüber, ich kannte den Bioladen in Höchst ja noch von meiner Wanderung im Sommer.
Triesenberg liegt bereits auf 800 Metern Höhe und die Straße dort rauf hat eine gute Steigung und ist auch ziemlich viel befahren. Mir wurde gleich klar, dass das Rennrad im Auto bleiben würde, aber meine Füße begannen quasi direkt in ungeduldiger Vorfreude aufs Wandern zu zucken.
Das Tipi auf dem Lama- und Alpakahof ist echt geräumig und sehr gemütlich eingerichtet. Wir haben uns gleich wohl gefühlt, zumal wir sehr freundlich begrüßt wurden. Wir erhielten direkt verschiedene Tipps, was man so unternehmen kann. Neben dem Tipi steht ein kleines Häuschen mit einer Torf-Toilette und einer Waschgelegenheit, alles einfach, aber praktisch und sauber. Wir haben es uns dann auch erstmal mit unserem Abendessen gemütlich gemacht.

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Wir haben gut geschlafen im Tipi. Es war nicht zu kalt und auch der nächtliche Regen konnte uns nichts anhaben. Nach einem sehr reichhaltigen Frühstück mit Produkten vom Hof sind wir nach Feldkirch gefahren und dort durch den Ort gebummelt. Außerdem wartete dort ja noch ein Geocache, den ich im Sommer nicht gefunden hatte. Letztlich war der Cache überhaupt nicht schwer zu finden, keine Ahnung, warum ich im Sommer so blind war. Es war gerade Markt und wir haben uns frische Nudeln von einem italienischen Stand mitgenommen. Außerdem waren wir noch in einem Café und haben uns im Supermarkt eingedeckt. Auf dem Rückweg wollten wir dann unseren ersten Cache in Liechtenstein heben. Bei der Suche bemerkten wir dann, dass wir schon wieder in der Schweiz waren – Liechtenstein ist echt klein.
An anderer Stelle – dann wirklich in Liechtenstein – konnten wir den Cache nicht finden. Also sind wir erstmal zurück zum Tipi gefahren und haben gevespert. img_1226Inzwischen hatte das Wetter so aufgeklart, dass wir auch draußen sitzen konnten. Deshalb sind wir dann noch nach Steg gefahren und dort durch das Valünatal gewandert. Auf dem Weg waren wir dann auch deutlich erfolgreicher beim Cachen und wir konnten noch in einer Alpe einkehren.

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Der Sonntag begann recht schön, auch wenn er noch frisch war. Da wir noch bis mittags im Tipi bleiben konnten, haben wir schonmal alles zusammengepackt, sind dann aber nochmal losgefahren, weil ich ja noch unbedingt richtig wandern wollte und der Fürstensteig sehr lockte. Außerdem wollte ich meine Barfuß-Wanderschuhe, die ich im Sommer aus Verzweiflung während meiner Mehrtageswanderung gekauft hatte, einem alpinen Test unterziehen. Wir sind also nach Gaflei gefahren. Dort bin ich mit meiner Wanderung gestartet, mein Mann wollte sich derweil in Malbun umsehen und dort noch ein paar Caches suchen.
Mein Wanderweg ging zunächst durch den Wald, aber schon bald erreichte ich den Anfang des Fürstensteigs. Schon beim Anblick des felsigen und teilweise recht ausgesetzten Weges stahl sich ein fettes Grinsen in mein Gesicht: so liebe ich wandern. img_1289Der Steig ist wirklich toll. Er bietet immer wieder andere, atemberaubende Ausblicke. img_1290

 

 

 

 

 

Gleichzeitig muss man natürlich trotzdem aufpassen, wohin man tritt. Stellenweise gibt es echt schmale Passagen und es ist gut, dass man sich dort an Ketten oder Drahtseilen festhalten kann. Schwindelfreiheit ist echt eine Voraussetzung für diesen Weg.

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Kommt man am Ende an, bietet sich ein völlig anderer Blick in ein anderes Tal. img_1310

fullsizeoutput_ce8Hier würde man dann weiterlaufen zu den Drei Schwestern. Dafür reichte meine Zeit aber nicht, deshalb bin ich Richtung Kamin weitergegangen. Auf dem steilen Weg gab es sehr viel Geröll und Schotter, stellenweise konnte man kaum erkennen, wo der Weg verlief, also alles sehr spannend. Vom Kamin aus hatte ich dann einen tollen Blick Richtung Steg. 9NUR9dz9Sayf1mhjeXXAZQEigentlich wollte ich noch auf den Alpspitz, der war aber seltsamerweise nicht ausgeschildert und so habe ich den Aufstieg verpasst. Da das Wetter inzwischen sehr windig wurde, bin ich nicht mehr umgekehrt und habe stattdessen den Cache am Mittelpunkt Liechtensteins gesucht und gefunden. Dieser war für kurze Zeit unser höchster gefundener Cache mit ungefähr 1800m! Der Abstieg von Bargella nach Gaflei war dann über breite Wege recht zügig erledigt. In Gaflei hab ich noch den ersten Liechtensteiner Cache mitgenommen. Zurück am Tipi haben wir kurz im Hofladen eingekauft, alles ins Auto verladen uns auf den Heimweg gemacht. In Vaduz haben wir noch drei Caches gehoben. Daheim haben wir dann als Abschluss eines tollen Wochenendes die frischen Nudeln vom Markt in Feldkirch verputzt.

An diesem Wochenende hab ich mich ein wenig in Liechtenstein verliebt. Es ist ein tolles kleines Land mit beeindruckenden Bergen. Die Übernachtung im Tipi war einfach der Traum. Man hatte alles, was man brauchte und doch war man reduziert auf das Wesentliche. Ich bin mir sicher, dass wir wiederkommen werden.

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