Unheimliche Romane um die Gebrüder Grimm

Kai Meyer ist seit Jahren einer meiner liebsten Autoren. Kennengelernt habe ich ihn durch die Merle-Trilogie, die mir so sehr in Erinnerung geblieben ist, weil er die Erwartungen eben nicht erfüllt: Meerjungfrauen haben ein Haifischgebiss.
Schon wirklich lange standen die beiden Romane über die Brüder Grimm in meinem Regal. Sie sind tatsächlich schon älter. „Die Geisterseher“ stammt aus dem Jahr 1995, „Die Winterprinzessin“ ist von 1997. Wie einige meiner Bücher hatte ich sie irgenwann mal gekauft, bin dann aber doch nicht dazu gekommen, sie zu lesen, weil immer andere Bücher dazwischen kamen.
Nun habe ich das mal nachgeholt und bin froh, dass ich es gemacht habe, denn sie haben mir beide gut gefallen. Die Klappentexte lesen sich bereits sehr vielversprechend, was neben dem geliebten Autor ein Grund für den Kauf war:

„Die Brüder Grimm auf der Jagd nach einem rätselhaften Manuskript. Durch Adelspaläste, finstere Spelunken und unterirdische Tempel führt die rasante Suche nach Schillers geheimnisvollsten Werk. Auf ihrer Spur: skrupellose Geheimbünde, ein wahnsinniger Mörder – und Goethe, der undurchsichtige Dichterfürst.“ (Die Geisterseher)

„Gedungene Mörder mit Vögelköpfen und eine schöne indische Prinzessin – mit nichts dergleichen haben die Brüder Grimm gerechnet, als sie den badischen Hof erreichen. Statt einer geruhsamen Anstellung als Lehrer erwartet die beiden eine finstere Verschwörung. Wer ist das geheimnisvolle Kind, dem ein Lord und ein blutrünstiger Kult nachjagen? Die Wahrheit ist phantastischer und gefährlicher, als die Brüder ahnen.“ (Die Winterprinzessin)

Beide Bände sind sehr unterhaltsam. Die Spannung wird durch unerwartete Wendungen bis zum Schluss aufrechterhalten. Außerdem gibt es witzige Dialoge, über die ich immer wieder laut lachen musste. Die Mischung aus historischem Roman und Mystik hat mir besonders gefallen, ebenso die „altertümliche“ Sprache. Die Brüder Grimm schwäzten eben nicht, wie wir es tun, sondern wie es für ihre Zeit angemessen ist. Dabei sind sie aber immer gut zu lesen. Da ich sowohl von den Brüdern Grimm als auch von Goethe eine bestimmte Vorstellung hatte, wurde das Lesen zu einem echten Genuss, da ich diese historischen Figuren vermeintlich näher und neu kennenlernte.
Die Romane können meiner Meinung nach von der Spannung und der Geschichte nicht mit Kai Meyers neusten Werken mithalten. Sie waren aber dennoch lesenswert und ich bin froh meine „Meyersche Bildungslücke“ in diesem Bereich nun geschlossen zu haben.

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